Fischli & Weiss
LES FLEURS DU MAL
6.4.2019

Der Titel Les Fleurs du Mal (Die Blumen des Bösen) stammt von Ch. Baudelaires gleichnamigen Gedichtband, der vom Großstadtmenschen und dessen Langeweile und seinem Überdruss an der Welt handelt.

Diese Art von „Ennui“ begegnet man auch im Film von Fischli und Weiss „Der geringste Widerstand“. Eine Ratte und ein Bär spielen hier ein Art Detektivgeschichte in der amerikanischen Kunstwelt. In „Der rechte Weg“ begeben sich Ratte und Bär auf Wanderschaft und begegnen und entfernen sich immer wieder voneinander. Beide Filme werden neben der Serie Equilibre und Fotografias in der Halle 9 gezeigt. Auf den Fotografias erscheinen Fabelwesen und Tiere in dunklen Landschaften, auf den 7 ausgestellten Fotografien der Equilibre Serie erkunden die Künstler, wie sich Werkzeuge, Stühle, Töpfe oder Kleberollen stapeln und in Balance bringen lassen.

Aus der Halle 9 fällt der Blick auf die kugelartige, weiße Sphere von Oscar Niemeyer, die sich an die bestehende rote Klinkerfassade fügt. Niemeyer wurde beschrieben als ein „Verfolger flüchtiger Schönheit“, die wir in den Formen seiner Bauten und beim Ausbalancieren der Alltagsgegenstände in Fischli und Weiss Skulpturen finden. In der Black Box der Halle 9 begegnen wir den tatsächlichen Blumen des Bösen in Fischli und Weiss Untitled (Flowers) Serie. In der Dia Projektion sieht man Doppelbelichtungen von giftigen Blumen und Pilzen, die dem Betrachter ihre Unschuld vorgaukeln. Jedoch könnten sie beim Verzehr den Großstadtmenschen von dessen Ennui an der Welt tatsächlich erlösen.