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Der Karl-Heine-Preis der Industriekultur Leipzig e.V. geht an Ludwig Koehne.

Honoriert wird sein Innovationsgeist, unternehmerisches Handeln und gesellschaftliches Engagement.

2020 startet das Jahr der Industriekultur in Sachsen. Hier die Dankesrede:

Ich habe als junger Mann an der Seite List´s gesessen und habe von diesem Manne das Bild des Eisenbahnwesens gesehen, welches er über Deutschland entworfen hatte [...] Darauf gründen sich meine Überzeugungen

(Zitat: Karl Heine)


Ab 1873 ließ Heine in Plagwitz auf Grundlage eines Gleisanschlussvertrages vom preußischen Zeitzer Bahnhof aus insgesamt 37 Industrieanschlüsse legen und drei öffentliche Ladestellen für Firmen ohne Gleisanschluss bauen. Die Anschlüsse und Ladestellen waren mit 15 Industrie- und Verbindungsbahnen an den Zeitzer Bahnhof angebunden. Er schaffte damit die Voraussetzungen für die Neuansiedlung von
Industriebetrieben, die durch die direkte Bahnanbindung mit günstigeren Transportkosten kalkulieren und somit billiger produzieren konnten.

(Quelle: Wikipedia)


Von diesen 37 Industrieanschlüssen ist heute noch ein Anschluss – in abgewandelter Form – in Betrieb. Es handelt sich dabei um den Gleisanschluss der ehemaligen KIROW Werke, der in dem neu gebauten S-Bahn-Bogen mündet. Eine Notlösung, denn eigentlich sollte auch der KIROW Anschluss mangels Rentabilität verschwinden.

Doch immerhin bis zum Mauerfall hatten die Gleisanschlüsse eine wirtschaftliche Bedeutung besessen. Die vorausschauende Investition von Karl Heine hat sich somit mehr als 100 Jahre bewährt. Das ist eine sehr lange Zeit. Wer weiß, ob sich die aktuelle Infrastruktur der Datenleitungen ebenso lange halten wird. Der Hype von heute ist ja schneller als man denkt morgen bereits der Schnee von gestern.

Es Karl Heine gleich zu tun – oder zumindest in seinem Geist zu handeln – heißt heute womöglich den Ort in dem wir leben zukunftsfähig zu machen.

Als Preisträger hoffe ich – dass ich stellvertretend für die Techne Sphere Leipzig – die aus den KIROW Werken hervorgegangen ist, uns in eine akzeptable Richtung bewegen.

Was tun wir?

Zum einen gibt es die Firma KIROW natürlich schon noch. Nach dem Mauerfall schien sie totgeweiht. Der Eisenbahnkran mit starrem Ausleger und Dieselelektrischen Antrieb ein Auslaufmodell, dass außer ein paar eingefleischte Traditionalisten im nun mehr ehemaligen Ostblock niemand mehr haben wollte.

Zum anderen die Firma HeiterBlick, eine eigentlich ebenso „unmögliche“ Firma. So ging sie aus einer Laune eines ehemaligen Arbeitsdirektors der Leipziger Verkehrsbetriebe hervor, welcher betriebsbedingte Kündigungen scheute und um diese zu vermeiden, beschloss Straßenbahnen in Eigenregie für die LVB zu bauen.

KIROW ist heute Weltmarktführer für Eisenbahnkrane mit beweglicher Teleskoptechnik und besitzt bei Schlackentransportern 100% Marktanteil in der sogenannten Dachregion. Weltmarktanteil steigend...

HeiterBlick eilt seit 5 Jahren von Erfolg zu Erfolg und konnte, aufbauend auf den ersten Bahnen für Leipzig, Aufträge aus Hannover, Dortmund, Bielefeld sowie neuerdings Würzburg gewinnen. Mehr als 300 Straßenbahnen wurden geliefert bzw. sind im Auftragsbestand. Dies ist eine unglaubliche Leistung in einem harten Wettbewerbsumfeld, in dem man sich nicht nur mit Konzernen wie Siemens, Bombardier und Alstom, sondern auch mit Billiganbietern aus den östlichen Nachbarländern misst. Geschätzt wird, gerade von mittelgroßen deutschen Städten, dass Kundenwünsche ernst genommen werden und Qualität nicht nur in Worten, sondern auch in Taten an erster Stelle steht.

KIROW und HeiterBlick bilden die unternehmerische Basis der Techne Sphere Leipzig. Dieser neue Name für das altbekannte Areal an dem nun mehr von Spinnerei in Niemeyer Straße umbenannten Ort steht für einen Glauben – ja eine Sehnsucht – nach Zukunft.

 

No hay limites salvo el cielo

(Zitat: Miguel de Cervantes)


Keine Grenzen mit Ausnahme des Himmels

 

Als junger Mann habe ich bei Günther Schabowski auf dem Sofa gesessen. Ich war Student und hatte zusammen mit einem Freund Anfang Dezember ´89 an seiner Plattenhauswohnungstür geklingelt. Ganz klar war der Mauerfall das für mich prägendste Erlebnis. Mauern einreißen, neue Dinge wagen, aber auch Wunden der Vergangenheit heilen.

Das ist bis heute mein Antrieb geblieben.

Mit der Eröffnung der Niemeyer Sphere werden dann auch die Werksmauern eingerissen...

Mit der Niemeyer Sphere unseren Symbolbau des großartigen Architekten Oscar Niemeyer – dieser gebauten ingenieurtechnisch anspruchsvollen – wie künstlerisch einprägsamen Betonskulptur bringen wir nicht nur den städtebaulichen Dreiklang aus „Arbeiten, Wohnen und Entspannen“, den das neue Plagwitz/Lindenau auszeichnet, voran; darüber hinaus beschwören wir die Kraft des menschlichen Geistes der
Unglaubliches vermag – solange zumindest Reste von Fortschrittswillen, Schönheitsgefühl und Menschlichkeit in ihm anzutreffen sind.

Vielen Dank für die Ehrung. Sie gebührt allen Mitarbeitern und Mitstreitern der Techne Sphere Leipzig.